Knie und Hüftendoprothetik

pagetitle

Spektrum

Das künstliche Hüftgelenk

Das künstliche Hüftgelenk wird routinemäßig seit den 1960er Jahren, künstliche Kniegelenke werden seit den 1980er Jahren routinemäßig implantiert. Allein in Deutschland werden pro Jahr ca. 180 000 künstliche Hüftgelenke und ca. 80 000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Somit zählen diese Operationen zu den häufigsten und erfolgreichsten Operationen der Medizingeschichte.

Doch bevor ein endoprothetischer Ersatz des betroffenen Gelenkes erfolgt, sollten zunächst alle Möglichkeiten der konservativen Behandlung genutzt werden. Sehr wichtig ist es, in diesem Zusammenhang, Bewegung ohne Belastung, wie z. B. Radfahren und Schwimmen aber auch Krankengymnastik, durchzuführen.

Hierdurch werden die Gelenke beweglich gehalten und die Muskulatur gekräftigt. Weiterhin kommen schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel zum Einsatz, sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika. Wichtig sind auch orthopädische Hilfsmittel wie Gehstock, Pufferabsätze und Bandagen.

Routineeingriff mit Zement und ohne

Der Operateur verwendet gern Implantate, die sich seit Jahren bewährt haben,

wobei Standardversorgungen und -verfahren in der Regel die besten Ergebnisse erbringen, da hier die meisten Erfahrungen bestehen. So verwendet unsere Praxis nahezu ausschließlich zementfreie Hüftendoprothesen mit einem so genannten Gradschaft und einer Pressfit-Pfanne. Im Kniegelenkbereich verwenden wir einen Oberflächenersatz, wobei wir die Tibiakomponente in der Regel zementieren und den Oberschenkelbereich zementfrei implantieren.

Das künstliche Hüftgelenk ist dem natürlichen Gelenk nachempfunden und besteht aus Hüftpfanne, Hüftschaft und Hüftkopf. Die Materialien sind Metalllegierungen, Keramik und spezielle Kunststoffe. Die Operation wird entweder in Voll- oder in Teilnarkose durchgeführt. Nach einem Hautschnitt an der Außenseite des Oberschenkels wird das Hüftgelenk freigelegt und das Kunstgelenk eingesetzt. Dieses kann je nach Erfordernis zementfrei oder zementiert erfolgen. Das künstliche Kniegelenk besteht aus einem Oberschenkelteil, einem Unterschenkelteil und einem Zwischenstück. Die Materialien sind auch hier wieder Metalllegierungen und bestimmte Kunststoffe.

Bei der Operation wird das Kniegelenk von vorn eröffnet und entsprechend für das Einsetzen des Kunstgelenkes vorbereitet. Auch hier kann das künstliche Gelenk wieder zementfrei oder zementiert verankert werden. Nach der Operation wird das betreffende Bein in einer speziellen Lagerungsschiene aus Kunststoff gelagert. Wunddrainagen und Katheter werden meist am zweiten Tag entfernt. Obwohl die Implantation von künstlichen Hüft- und Kniegelenken heute als Standard operation und Routineeingriff gilt, ist eine sorgfältige Vorbereitung, Durchführung und Nachbehandlung unerlässlich.

Jede Operation, auch die kleinste, birgt gewisse Risiken. Zu den allgemeinen Risiken gehören Thrombosen und Embolien, Verletzungen von Nerven und Blutgefäßen. Nach der Operation kann es zu Kalkeinlagerungen, Ausrenkungen des Hüftgelenkes oder Infektionen kommen. Doch für alle diese Risiken und Komplikationen gibt es vorbeugende Maßnahmen und Behandlungslösungen, um die Probleme so klein wie möglich zu halten und Störungen zu beheben. Schnell wieder auf den Beinen nach der OP Bereits in den ersten Tagen nach der Operation soll der Patient aufstehen. Das Laufen erfolgt an Unterarmgehstützen. Zwischen dem 12. und 14. Tag nach der Operation werden die Fäden gezogen und der Patient für einen Zeitraum von drei Wochen in eine Reha-Klinik verlegt. In den ersten Wochen zu Hause benötigt der Patient noch etwas Hilfe im Haushalt. Im ersten Jahr nach der Operation kann man ständige Fortschritte und Verbesserungen der Beweglichkeit und beim Gehen feststellen. Durch Krankengymnastik und geeignete Sportarten wie z. B. Radfahren und Schwimmen wird dabei die Muskulatur im Bereich des operierten Gelenkes wieder aufgebaut.

Diesen Artikel schrieb Dr. Hans-Peter Haase